MATEO - Mannheimer Texte Online


 

Die Rolle intergenerationaler Transfers in Einkommen und Vermögen der älteren Menschen in Deutschland

 

von Anette Reil-Held

 

MATEO Monographien Band 26

Mannheim 2002

ISBN: 3-932178-34-3

 


Abstract

Ausgehend von der Barro-Feldstein-Kontroverse wird die Dreiecksbeziehung zwischen dem Sparverhalten der Haushalte sowie den privaten und öffentlichen intergenerationalen Transfers analysiert. Ein internationaler Vergleich der Einkommen im Ruhestand zeigt, daß die private Ersparnis durch die gesetzliche Rente teilweise verdrängt wird. Die Analyse privater Transfers zu Lebzeiten macht einen substantiellen Transferstrom von der älteren an die jüngere Generation deutlich, wobei die Transfervergabe der älteren Haushalte nicht nur durch das Einkommen, sondern auch die gesetzliche Rente bestimmt ist. Erbschaften leisteten in Deutschland Ende der 80er Jahre für die private Vermögensakkumulation im Aggregat nur einen relativ geringen Beitrag. Stellt man den privaten Transfers die öffentlichen intergenerationalen Transfers gegenüber, ergibt die Betrachtung des Transfercharakters der gesetzlichen Rente, daß die intergenerationale Umverteilung in der gesetzlichen Rentenversicherung ein deutlich größeres Ausmaß als die intragenerationale Transferkomponente annimmt. Schließlich werden deutliche Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen dem obersten und untersten Quartil der Einkommensverteilung nachgewiesen, die bei den Männern 6 und bei den Frauen 4 Jahre betragen.


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